Die psychiatrische Station und der Wechsel in die Tagesklinik

In den ersten Gesprächen mit dem Chefarzt (den ich in der ganzen Zeit sehr schätzen gelernt habe) stellte sich schnell heraus, dass gegen meine eigentliche Zwangserkrankung in dieser Klinik nicht viel getan werden kann. Da ich damit schon gerechnet habe, äußerte ich auch direkt im ersten Gespräch meinen Wunsch in einer Spezialklinik behandelt zu werden. Der Aufenthalt in dieser Klinik sollte also primär der Behandlung meiner starken Depression und meiner Stimmung dienen. Zusätzlich war es sehr wichtig mich auf die richtigen Medikament auch richtig einzustellen.

Ich habe mich in den ersten Tagen außer zu dem Pflichtprogramm (Medikamente einnehmen, Essen etc.) sehr zurück gezogen, da ich einfach nur für mich sein wollte. Ich habe viel geschlafen und gelesen. Ich hatte in der Zeit auch nie das Gefühl:”Mist, was mache ich hier eigentlich, ich muss doch arbeiten und so viel tun!”
Nichts von alledem! Ich habe schnell abgeschaltet! Die anfänglichen Nebenwirkungen der Medikamente haben sicher auch dazu beigetragen, dass ich so gut abschalten konnte und ruhig geworden bin. Obwohl es nur eine Nebenwirkung war, hat das unheimlich gut getan. Also nicht alle Nebenwirkungen sind schlimm.

Später, so nach etwa 3 Tagen, habe ich dann doch Kontakt zu den anderen Patienten gesucht. Ich muss ehrlich sagen, dass ich viele nette Menschen kennengelernt habe. Ebenso wie ich, hatten die meisten was mit Depressionen. Einige hatten auf Panikattacken oder nervliche Probleme. Der ein oder andere war sogar schon zum zweiten oder dritten mal dort. So merkte ich das wir alle in einem Boot sitzen und wir einfach normale Menschen mit Erkrankungen sind. WIR SIND NICHT VERRÜCKT !!

Ich freundete mich mit 2,3 Personen sogar gut an, welche ich später auch in der Tagesklinik wiedergefunden habe.

Ein typischer Wochentag auf Station sah wie folgt aus:
Morgens um 7:30 Uhr Frühstück, danach gegen 8:15 Uhr sogenannte Morgenrunde. Dort wurde kurz besprochen wie die Stimmung ist und wie die Nacht war und was an dem Tag an Therapien anstehen.
Durch die Gespräche mit den Ärzten wurden für jeden individuell Therapien geplant. Ergotherapie für handwerkliche Arbeiten wie Holzarbeiten oder Malerei. Sport stand für jeden einmal die Woche auf dem Plan. Für den ein oder anderen, der durch die Krankheit bedingt schlechte Arbeitschancen hat gab es auch eine spezielle Therapie um das Abrieten und die nötige Konzentration zu trainieren. So war für jeden der Tag zum Teil geplant. Es gab auch viel Leerlauf, den man mit lesen, ausruhen oder mit Kontakten füllen konnte. Die Ergotherapie hat mir tatsächlich viel Spaß bereitet. Ich wurde das erste mal in meinem Leben mit Seidenmalerei konfrontiert. Und, was soll ich sagen, ich habe mein erstes Seidentuch gemacht!

Ich hatte zudem jeden Tag mittags ein Gespräch mit dem Chefarzt. Das hat mir viel gebracht, ich hatte wirklich jederzeit den Eindruck bekommen, ernst genommen und verstanden zu werden.
Da ich kein Freund von Krankenhäusern und Stationen bin, habe ich früh angeregt auf die Tagesklinik wechseln zu wollen. In der Tagesklinik wird ebenfalls mit diversen Therapien gearbeitet, es gibt Gruppentherapien, Einzeltherapien und etwas Freizeit. Hier ist der Tagesablauf aber mehr geplant als auf der Station. Der allergrößte Vorteil der Tagesklinik war allerdings, dass ich jeden Tag nachmittags nach Hause fahren konnte und erst morgens zum frühstück wieder da sein musste.

Nachdem meine anfängliche Stimmung nach dem Zusammenbruch stabilisiert war, ich auf Medikamente gegen die Depression und Zwangsstörung eingestellt worden bin, teilte mir mein Arzt an einem Mittwoch mit, dass ich an dem kommenden Freitag in die Tagesklinik wechseln könnte. Ich war sehr froh darüber, die Station nach bereits 2 Wochen wieder verlassen zu können. 2 der Patienten, die ich kennengelernt habe, waren bereits gewechselt, so viel mir die Aufnahme und das Einleben in die Tagesklinik auch nicht schwer.

Man muss allerdings auch sagen, dass es in dieser psychosomatischen Klinik auch schwere psychische Fälle gibt. Es gibt geschlossene Stationen in denen Patienten nach einem Suizidversuch erstbehandelt werden bis sie auf die offene Station wechseln dürfen, auf der auch ich untergebracht war. Ich bin froh das mir die geschlossene Station erspart geblieben ist!!
Wiederrum gab es auch eine geschlossenen Station, wo Patienten 24h sind, weil Gefahr von ihnen für sich oder für andere ausgeht. Diese Station habe ich logischerweise nie betreten, ich weiß diese Dinge nur von Mit-Patienten und möchte deshalb keine Details erzählen, von denen ich nicht weiß ob es vielleicht nur Gerüchte sind.

Aufnahme in der Psychiatrie

Oh man, Psychiatrie! Das hätte ich wohl nie geglaubt. Aber meistens kommt es anders als geplant.

Bei der Aufnahme kam ich mir schon sehr komisch vor. Der Pfleger auf Station machte meine Frau und mich dann darauf aufmerksam, dass ja keine Besuchszeit wäre (es war ca. 10:30 Uhr). Also Entschuldigung, wenn ich in eine Klinik gebracht werde, wird es doch wohl erlaubt sein, dass meine Frau an meiner Seite ist.

Naja, nachdem ich dann mein (Einzel)-Zimmer bezogen hatte, musste ich auch zu den ersten Untersuchungen und Blutabnahme. Also musste mein Frau mich fürs erste alleine lassen.

Als erstes kamen die Standard-Untersuchungen: Blutabnahme, Blutdruck messen, Aufnahmegespräch. Anschließend wurden mir die Räumlichkeiten gezeigt. Ich stellte schnell fest, dass Luxus was ganz anderes ist. Das soll jetzt nicht heißen ich wäre anspruchsvoll oder hochnäsig. Ich muss schon sagen, dafür, dass die ganze Klinik ziemlich alt (aus den 70er) ist, war es völlig in Ordnung. Ich hatte auch sowieso eher die Einstellung:”Solange das Personal kompetent und freundlich ist, kann ich über etwaige Mängel hinwegsehen.

Nachdem die ersten Dinge nun erledigt waren, zog ich mich auf mein Zimmer in mein Bett zurück. Und schlief!!

Am Nachmittag kam meine Frau und meine Mutter mich besuchen. Ich war froh, dass ich mir nichts angetan hatte und versuchte positiv zu denken, dass sich nun was ändern würde. So verbrachte ich dann völlig kaputt die erste Nacht in der Psychiatrie.

Suizidgefahr und der Zusammenbruch 2012

Ich arbeitete also ohne Tabletten und ohne Therapie und ich versuchte einfach so zu tun als hätte ich keine Zwänge. Das funktionierte, wen wundert es, natürlich nicht wirklich. Meine Sorgen wurden zu panischen Ängsten, meine Zwänge und Handlungen wurden stärker denn je. Ich kam an meine Grenzen, an den untersten Punkt meiner Kraft. Wieso ich nicht sofort zu mArzt gegangen bin weiss ich hetue leider selber nicht. Ich dachte irgendwie ich habe versagt!

Meine Gedanken drehten sich zu diesem Zeitpunkt fast den ganzen Tag um eines: “Ich bringe mich um! Ich hüpfe von einer Brücke! Ich will endlich meine Ruhe!”

Wenn morgens der Wecker klingelte hatte ich schon keine Energie um auszustehen und ich tat es doch. Ich war völlig ausgebrannt. Und tagsüber dachte ich wieder darüber nach, während ich Zwänge hatte wie am Fließband, wieso ich überhaupt lebe? Ich hatte richtig Sehnsucht, dass endlich als vorbei sei!

Eines Tages, es war an einem Wochenende. Um mich zu entspannen ging ich Sonntags in die Badewanne. Ich war völlig aufgelöst, ich weinte und weinte. Meine Frau kam zu mir ins Badezimmer und fragte mich was denn mit mir sei? Ihr war das in den letzten Wochen ja auch nicht entgangen.
Ich sagte ihr, ich kann und will nicht mehr. Ich möchte am liebsten tot sein und keine Zwänge und keine beherrschenden Ängste mehr haben. Ich hörte überhaupt nicht mehr auf zu heulen, ich wollte nur noch das es zu Ende ist!!

Ich hatte einen richtigen Nervenzusammenbruch und so entschlossen wir uns, meine Frau und ich, das ich am nächsten Tag zu meinem Hausarzt gehe, ihm alles erzähle und ihm sage das ich eine Klinik brauche, in der ich intensiv behandelt werde.

Mein Hausarzt war richtig erschrocken, als ich ihm alles unter Tränen erzählte. Er rief sofort in einer psychosomatischen Klinik in unserer Stadt an und kündigte mich an zum Vorgespräch an. Dort angekommen wurde mir ein Aufnahmetermin in dieser Woche angeboten. Wenn ich in der Zwischenzeit Gefahr für mich oder andere sehen sollte, könnte ich sofort kommen und aufgenommen werden.

Und so landete ich am Freitag, den 17.02.2012 auf einer psychiatrischen Station in einer psychosomatischen Klinik!

Fortsetzung folgt….

Arbeit, Abendschule,lebensmüde Gedanken und die zweite Therapie

Ich kam durch Vollzeit-Arbeit und Abendschule sehr schnell an meine Grenzen. Aber auch die Familie hat immer gesagt: “Beiss Dich durch!” Doch so einfach wie es klingt ist es nicht.

Ich kam jeden Abend kaputt nach Hause, der Tag mit den Zwängen hat mich immer fertig gemacht und ich war froh wenn ich schlafen konnte und nicht denken musste. Ich hatte sogar bei Klausuren in der Abendschule Zwänge. Dadurch kam ich dann unter Zeitdruck und die Angst wurde nur größer. Ständig löschte ich Zahlen auf dem Taschenrechner, ich strich geschriebenes durch um es neu zu schreiben.

Im Jahr 2009 kam ich nach 6-monatiger Wartezeit endlich bei dem Therapeuten dran, den ich von Anfang an favorisiert hatte. Ich musste lernen, dass ich nicht einfach nur eine Zwangserkrankung habe sondern auch eine soziale Phobie. Ich merkte, dass das der Grund dafür war, dass ich mich von Freunden abgewandt habe, Kontakte habe schleifen lassen und Probleme hatte neue Leute zu treffen. Heute habe ich eigentlich nur noch einen Freund, meinen besten Freund. Ich kenne ihn seit 22 Jahren und wir haben alles zusammen erlebt. Er war der erste, dem ich mich mit meinen Zwängen anvertraut habe. Danke Kumpel!!!

Zusätzlich hat sich im Laufe der Jahre eine rezidivierende Depression entwickelt. Meine Stimmung war immer sehr durchwachsen! Heute ist es für mich nur logisch, dass so etwas daraus resultiert. Das ich nie vollständig durchgedreht bin wundert mich ein wenig. Und auch zu dieser Zeit verließen mich die lebensmüden Gedanken leider nicht.

Als erstes wurde in der Therapie also an der sozialen Phobie gearbeitet. Die Therapie dafür sah vor Konfrontationsübungen zu machen. Ich wurde in Rollenspielen mit dem Therapeuten gefilmt und hinterher wurde das Ganze analysiert. Ich konnte schon einiges über mich lernen. Ich wirke tatsächlich viel sicher und selbstbewusster als ich mich selber eingeschätzt hätte.

Durch die wirtschaftlichen Probleme 2009 in Deutschland kam es, dass ich im Jahr 2010 auch in der Firma kündigte. Ich fand eine super Stelle, in einer Firma in der ich sehr glücklich mit der Arbeit und vor allem mit den Leuten bin. Ich habe natürlich nie von meinen Problemen erzählt, aus Angst, abgestoßen zu werden. Ob dies richtig war oder nicht, darüber lässt sich sicher streiten.
Aber dazu später mehr.

Die Therapie lief fast 2 Jahre als ich mich im Jahr 2011 dazu entschieden habe die Abendschule zu unterbrechen. Voran ging ein Semester das für mich nicht sehr gut lief. Wir hatten Projektphase und ich konnte des öfteren nur durch Abwesenheit glänzen. Ich konnte es den Kollegen in der Schule nur nicht erklären. Da ich weiter stark über das Ableben nachdachte, habe ich mich entschieden die Schule mit der Begründung der Depression zu unterbrechen. Wie sich später rausstellte war das für mich wirklich die beste Entscheidung, denn sonst währe der Zusammenbruch von 2012 ein paar Monate früher gewesen. Ich war schnell froh, nach der Arbeit mehr Zeit und Ruhe zu haben. Ich schlief vor allem sehr viel. Gegen Ende des Jahres 2011 gingen passender Weise meine Medikamente die ich seit 2009 nahm zu Ende. Ich schaffte es nicht mir ein neues Rezept vor dem Jahreswechsel zu holen. Dann kam der Gedanke, der Fehler der mein ganzes Leben zu diesem Zeitpunkt ändern sollte. Ich hatte keinen neuen Termin bei meinem Therapeuten wegen dem Jahreswechsel und so entschied ich mich die Tabletten nicht mehr zu nehmen und es ohne Therapie zu schaffen, als ob nichts gewesen ist! Das war fatal!

Die Jahre bis 2008

Also lebte ich nach der ersten Therapie mein Leben vor mich hin. Jeden Tag war ich total unter Stress und Angst. Meine Ausbildung habe ich ja auch trotz der Zwänge geschafft aber mit extremen Ängsten und Sorgen.

Nach der Ausbildung 2003 begann das Arbeitsleben. Ich bin in einer Firma gelandet in der Überstunden zum guten Ton gehörten, Samstag arbeiten war die Regel. Hier galt man mit “nur” 40 Überstunden im Monat als Minderleister. Das war für meine Situation natürlich genau das verkehrte. Aber was konnte ich den Leuten für einen Vorwurf machen? Ich habe nie über die Erkrankung geredet, aus Angst, als schwach dazustehen und ausgelacht zu werden.

Ich war knappe 4 Jahre in diesem Betrieb. Überstunden, Bereitschaftsdienst, Samstagsarbeit. Ich ging kaputt. Zu den privaten Ängsten kamen immer mehr berufliche Ängste. Es kamen mir in der Zeit zwischen 2004 und 2006 schon einmal die Gedanken, warum ich überhaupt lebe? Das waren für mich erste Anzeichen, dass es nicht ewig so gehen kann. Aber auch hierüber habe ich nie gesprochen.

Dann, 2006, habe ich meine jetzige Frau kennengelernt. Ich fasste wieder neuen Lebensmut, ich dachte jetzt hören die Zwänge auf, weil meine Freundin mich mitzieht und ich wollte ihr ja die Krankheit gar nicht zeigen. Also unterdrückte ich meine Zwänge, meine Ängste so gut es ging. Doch auch das hielt nicht lange an. Eines Abends vertraute ich mich auch ihr an. Es ist schwer für jemanden der diese Erkrankung nicht kennt zu verstehen, was da in einem vorgeht. Ich kann auch von niemanden erwarten sich damit auseinander zusetzten und zu beschäftigen.

Es ging alles gut, meine Freundin hielt mich nicht für verrückt und wir heirateten im Jahr 2008.

Meine Frau hat mir auch den Rücken gestärkt als ich sagte: “Ich lasse mich in der Firma nicht mehr ausbeuten, ich schaffe das nicht”. So suchte ich eine neue Stelle und kam über meinen besten Freund in eine neue Firma.

Das Jahr 2008 war für mich ein hartes und aufregendes Jahr. Ich heiratete, wir zogen in eine neue Wohnung ein, ich fing einen neuen Job an und ich fing mit einer 4 Jahre dauernden Abendschule an. 3 mal die Woche. Ich wusste da schon, dass es hart wird, gerade in meiner Situation aber der Wille beruflich voran zu kommen war zu der Zeit stärker.

Meine Ängste, meine Zwänge

Was habe ich eigentlich für Probleme? Was habe ich für Zwänge?

Tja, die Zwangshandlungen sind heute andere als damals aber die Ängste eigentlich die selben.

Früher fing es an, dass ich Lichtschalter und Türen kontrollierte mit der großen Angst, dass etwas passieren kann, wenn ich das nicht “richtig” mache. Ich hatte Angst, dass eingebrochen wird oder das es brennt. Ich hatte deshalb Angst, weil ich meiner Familie keinen Schaden zufügen wollte. Ich habe alles getan um möglichen Schaden abzuwälzen. Heute weiß ich, dass ich viel zu früh Verantwortung übernommen habe. Das haben meine Eltern gar nicht beabsichtigt, sie wussten von all dem nichts. Sie haben mich immer nur beschimpft, warum ich alles wiederhole?!

Heute bin ich (trotz Krankheit) verheiratet. Meine Ängste beziehen sich heute zwar wieder auf Familie, aber diesmal, dass meiner Frau oder mir etwas passiert. Ich habe Angst das meine Frau stirbt, ich habe Angst das ihr etwas angetan wird. Und um diese Angst abzubauen, ja, vielleicht sogar um zu verhindern das so etwas passiert, wiederhole ich alles was man am Tag machen kann. Jede tägliche Handlung wiederhole ich. Ich wiederhole Schritte, ich kratze mit den Füßen über den Boden, ich wasche mir die Hände und ich kontrolliere Schalter und Türen. Ich schalte an der Fernbedienung vor und zurück, drehe Wasserflaschen auf und zu, ziehe Kleidungsstücke an und aus. Alles aus Angst!!

Diese Handlungen beherrschen meinen gesamten Tagesablauf, egal ob ich bei der Arbeit oder zuhause bin. Das dies bei der Arbeit hinderlich ist, muss ich wohl kaum erwähnen.

 

Erste Therapie 2004

Ich stellte früh fest, das irgendetwas mit mir nicht stimmt bzw. anders ist. Ständig musste ich kontrollieren ob Lichter ausgeschaltet sind, ob Türen verschlossen sind und musste mir immer und immer wider die Hände waschen, aus Angst ich könnte mich mit etwas infiziert haben. Doch das sollte alles erst der Anfang sein.

Dann habe ich eines Abends in sternTV einen Bericht über eine seltsame psychische Krankheit gesehen. Ich sah mich in dem Beitrag, in den Symptomen wieder. Man konnte sich an einen spezialisierten Arzt in Leipzig wenden, was ich dann auch tat. Er hat mir dazu geraten eine Verhaltenstherapie zu machen. Kurz darauf habe ich mich meinem Hausarzt anvertraut und er gab mir eine Liste von niedergelassenen Psychotherapeuten. Schnell bekam ich bei einem einen Termin und eh ich mich versah saß ich bei dem guten Mann in der Therapie und erzählte von meinen Problemem und Ängsten.

Ich wollte ursprünglich zu einem anderen Therapeuten, der Zwangserkrankungen spezialisiert ist. Da dieser aber sehr lange Wartezeiten hatte, habe ich mich dann doch für einen anderen entschieden.

Irgendwie hatte ich ständig das Gefühl als würde ich dem Mann Zeit rauben und, was viel schlimmer ist, ich hatte das Gefühl als würde mein Problem ihn nicht wirklich interessieren. Oft wenn ich ihn beobachtet habe, sah er auf die Uhr oder hat gegähnt.

Nachdem die Therapie dann nach ca. 6 Monaten vorbei war, ging es mir auch eigentlich besser, zumindest das ich mal alle Sorgen ablassen konnte. Doch der Erfolg hielt nicht lange an.

Ich wollte zu diesem Zeitpunkt zu diesem Therapeuten nicht mehr gehen, da ich nicht wirklich ein tolles Gefühl bei ihm hatte. Und dann stellte sich immer mehr das Gefühl ein, man hat sie nicht alle und es kann eh keiner helfen.